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Dr. phil.

Matthias John, Dr. phil., geboren 1952 in Meißen, studierte von 1971 bis 1975 Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung an der damaligen Karl-Marx-Universität.
Fünf Jahre später promovierte er mit einer Arbeit über „Karl Liebknecht als Berliner Stadtverordneter“ an derselben Universität. Bis September 1989 war er wissenschaftlicher Assistent an der Alma mater lipsiensis. In den folgenden drei Jahren nahm er eine Habil-Aspirantur wahr (Thema: Zur Soziologie der Führungselite der preußischen Sozialdemokratie), die im Dezember 1992 unmittelbar vor ihrer Fertigstellung abgebrochen werden musste; noch kurz uvor war er auf Grundlage dieser Arbeit als „sehr
förderungswürdig“ evaluiert wurden. In den Jahren 1994/95 war er dann wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Rat der Stadt Leipzig, wo er zur Geschichte der deutschen Versicherungsämter forschte. Zwischen 1994 und 1997 wie 1999 erteilte ihm das Institut für Politikwissenschaft der Leipziger Universität mehrere Lehraufträge. In den Jahren 1997/98 erschloss er Teile des Bestandes „SED-Bezirksleitung Leipzig“ am Sächsischen Staatsarchiv Leipzig. Daran schlossen sich dreieinhalb Jahre an, in denen er das Projekt der VW-Stiftung „Sachthematisches
Inventar zur sächsischen Pressegeschichte von den Anfängen bis 1945“ verantwortlich bearbeitete.
Von Januar 2003 bis September 2009 war er verantwortlicher Bearbeiter der DFG-Projekte„Sachthematisches Inventar zur Grimmaer Verlags- und Pressegeschichte“ bzw. „Sachinventar zum Druckerei-, Presse- und Zensurwesen im Schönburgischen Lande.“ Danach arbeitete er unter anderem im Auftrag des GEW-Kreisvorstandes Hochschule und Forschung der Universität
Leipzig an einer Strukturgeschichte der Karl-Marx-Universität Leipzig (1945 bzw. 1952 bis 1989), die für die Jahre 1945 bis 1957/58 vorgelegt wurde.
Gegenwärtig bearbeitet er verantwortlich ein DFG-Projekt zur Entstehung der deutschen Pressezensur, dessen Ergebnisse ebenfalls im trafo Verlag veröffentlicht
werden.
Zu den langjährigen Forschungsgebieten von Matthias John gehören die Geschichte der Berliner Sozialdemokratie; die Soziologie der Führungselite der preußischen Sozialdemokratie im Wilhelminischen Deutschland; die
Biographik der deutschen Sozialdemokratie und die Historie der sozialdemokratischen Kommunalpolitik im Kaiserreich. In den letzten Jahren kamen die Sächsische Presse- und die Leipziger Universitätsgeschichte hinzu.
Matthias John ist Autor bzw. Mitautor folgender Publikationen:
Berühmte Leipziger Studenten (1. Aufl. 1984; 2. Aufl. 1989);
Geschichte der revolutionären Berliner Arbeiterbewegung, Bd. 1 (1987);
Biographien bedeutender Dortmunder, Bd. 1 (1994) u. Bd. 3 (2000);
100 Jahre ÖTV. Band Biographien (1996);
„Natürlich – die Tauchaer Straße!“ Beiträge zur Geschichte der Leipziger Volkszeitung (1997);
Höhere Bildung in Leipzig. Karl Liebknecht als Nicolaitaner und Studiosus (1998);
Karl Liebknecht in Leipzig (1999);
Konrad Haenisch (1876–1925) – „und von Stund an ward er ein anderer“ (1. Aufl. 2001; 2. Aufl. 2003);
Ferdinand Bender. Sein Weg vom Anarchisten zum Gewerkschaftsführer (2005);
Ausgewählte Briefe führender Sozialdemokraten an Konrad Haenisch und dessen Briefe an Dritte (2005);
„Im Geruch eines Bombenwerfers“ Johann Most (1846–1906) und seine Beziehungen zu Glauchau, einem Zentrum der sächsischen und deutschen Arbeiterbewegung (2007);
Sachinventar zur Sozialgeschichte der Stadt Glauchau unter Berücksichtigung der örtlichen Arbeiterbewegung (2007);
Beiträge zum 600. Jubiläum der Universität Leipzig. Drei Marginalien (2010);
Biographisches Handbuch zur Geschichte der Berliner Sozialdemokratie in der spätwilhelminischen Ära in drei Bänden (2011);
Max Vogler (*13. Juni 1854, † 7. Oktober 1889 in Lunzenau). Fragmente eines verschollenen Werkes (2012);
Sachinventar zur Sozialgeschichte der Stadt Lunzenau unter besonderer Berücksichtigung der örtlichen Arbeiterbewegung (2012) und Organologisches Handbuch zu den sozialdemokratischen Funktionsträgern im Spätwilhelminischen Berlin in vier Bänden (2012).
Bereits im Jahre 2010 erschien die von ihm verfasste Festschrift Zeitungsdruckereien in Mittelsachsen und im Muldental – Arbeiter, Arbeitsalltag und -bedingungen. Mit einem Anhang: Die aus dem Jahre 1942 stammende
Fotodokumentation der Grimmaer Druckerei Bode. Gewidmet Hans Bohrmann zum 70. Geburtstag (2. Aufl. 2011) als Band 1 der Leipziger Beiträge zur Pressegeschichte.
Innerhalb dieser neuen Reihe kam dann im Jahre 2012 unter dem Titel Pressekonzentration in Sachsen während der Zeit des Nationalsozialismus. Das Beispiel der Stadt Thum ein weiterer Band heraus, der aus seiner Feder stammte. Als Band 3 folgt jetzt die von ihm herausgebene
Edition des Tagebuchs des Grimmaer Buchdruckerlehrlings
Anton Püschmann aus den Jahren 1848/49 bis 1856 in drei Teilen. Daran wird sich im nächsten Jahr das von ihm edierte zweibändige Werk Archivalische Quellen zum Frühzentrum der oppositionellen Presse in Sachsen – Grimma (Band 1 und 2: Regesten zur Grimmaer Zensur- und
Presseschichte – die sachthematischen Akten des in den Fluten des Jahres 2002 versunkenen Stadtarchivs) anschließen.
Matthias John veröffentlichte des Weiteren zahlreiche Artikel in wissenschaftlichen Jahrbüchern und Fachzeitschriften. Schließlich ist er seit 2002
bzw. 2003 auch Redakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift „Beiträge zur Geschichte der Abeiterbewegung.“