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Autorin

Poesie und Essays

Die 1972 in Paris geborene Autorin Laure Gauthier studierte von 1990 bis 1998 Germanistik mit Schwerpunkt Theaterwissenschaft an den Universitäten Paris-Sorbonne und Hamburg und promovierte im Jahr 2003. Sie publizierte unterschiedliche Essays und zahlreiche Artikel zur deutschsprachigen Literatur und Musik sowie zur Ästhetik der verschiedenen Künste und ihren Grenzbereichen (L’opéra à Hambourg, Paris, Pups, 2010; Les grands centres musicaux dans le monde germanique, hrsg. von Jean-François Candoni und Laure Gauthier usw.).
In diesen Texten erkundet sie den poetischen Raum zwischen den Sprachen, zwischen der Zeit, hinterfragt Genres und erfindet eine musikalische Sprache, die aus dem Banalen herauswächst und der Lethargie, dem Absterbendem zugleich un-heimlich und ironisch ein neues Tempo einzuhauchen versucht. Ihre Arbeiten verlassen sprachliche Herkunftsgründe. In « marie weiss rot » (Delatour, 2013) schreibt die Autorin jenseits ihrer Muttersprache einen Text auf Deutsch, den sie dann mit dem Übersetzer Laurent Cassagnau ins Französische übersetzt. 2015 kommt „La cité dolente“ heraus (Chatelet-Voltaire), während kaspar de pierre Anfang 2016 bei La lettre Volée erscheinen wird.
Die drei Texte bilden eine Trilogie der Transparenz. Die Zerbrechlichkeit und Transparenz des Menschen gerät in ein Spannungsverhältnis zur Gesellschaft und deren Zwangsvorstellungen: Die Gewalt, das Ersticken der poetischen Sprache, die Opferung der Intimsphäre, insbesondere durch klischeehafte Bilder und Schlagzeilen, die Fixierung auf Herkunft und Exotismus.
Laure Gauthier arbeitet ansonsten an Vokalwerken. Marie weiss rot / marie blanc rouge wurde vom Komponisten Jean-Marc Chouvel als multimediales E-Book adaptiert (Videos, elektroakustische Musik, Stimmen, Text). Die Autorin arbeitet zur Zeit u.a. an einem Libretto für das deutsch-französische Projekt Zapping Life, einer zweisprachigen Kammeroper von Andre Serre-Milan sowie am Libretto für die Oper (Le terme des lamentations) des amerikanischen Komponisten Gerard Pape, das den Orakelcharakter der Sprache in Frage stellt. Das Projekt Zapping life führte zu einer dreimonatigen Online Künstlerresidenz (Januar bis März 2015) auf der Webseite Ardemment.com : „Entre les mots de Villon“ (Zwischen François Villons Worten).