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Mein Name ist: Christa Helling

Über mich gibt es wenig zu sagen, da ich recht schüchtern bin. Ich lerne gerade erst mich zu öffnen. Schritt für Schritt. Das Schreiben löst Blockade um Blockade. Deshalb habe ich meine Website auch Gedankenkoffer genannt. Der Schmetterling als Kopf dieser Seite und als Abschluss, sind zauberhafte Wesen die mit ihrer unnachahmlichen Leichtigkeit durch die Lüfte flattern, die Menschen mit ihrem Dasein beglücken, genau das was ich auch mit meinem Buch erreichen möchte.

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DAS MEDAILLON - IM STRUDEL DER ZEIT – Jan Konietzko

Band 2 Das Medaillon - Im Strudel der Zeit .
Band 1 Von der verlorenen Wette ... bis hin zum Bett?-Geflüster
2 oder 3 Bände werden noch folgen.

Immer entstehen Fragen, die im nächsten Teil dann aufgelöst werden.
Bei beiden Büchern geht es in die Vergangenheit, mystische Momente werden aufgezeigt. Märchenhaftes jetzt hier im 2. Teil. aber auch fein gesponnene Intrigen im 3. Reich, und Erinnerungen an Jugendstreiche, zum Schmunzeln.
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Leseprobe aus mittendrin

Carlo legte die Bilder auf den Tisch.
„Warte“, bat Malon. „Wir sollten das gleich für unsere Freunde aufzeichnen, nicht, dass wir alles hinterher aus dem Gedächtnis erzählen müssen.“
Anja fuhr sich durch Haar, was dadurch verwuschelt aussah, Herr Rosenthal starrte sie an und sagte: „Liebes, schau, Frau Holm sieht aus wie die liebreizende Isabella Bretoni. Weißt Du noch, wie sie immer den ersten Dienstag im Monat, zum Kaffeetrinken bei uns war? Wie sehr wir ihre Geschichten liebten?“
„Ich sagte es bereits unten vorm Haus mein Lieber“, tadelte sie ihn sanft. „Du warst anscheinend wieder mit deinen Blick rundherum spazieren gegangen.“

Sonja die gerade ihren Laptop öffnete, hatte diese kleine Ansprache gehört, hmmm das war ja interessant, ergab aber auch wieder neue Verwicklungen. Malon tippte was. Kannst du Anja mit kürzeren Haaren und solchen Locken wie man sie um jene Zeit getragen hat, malen? Versetze Anja einfach in jene Zeit und schick mir das Bild.
Was versprichst du dir davon?, fragte Sonja ihrerseits nun tippend.
Ich weiß noch nicht, es ist noch nicht fassbar, antwortete Malon. Es kann uns aber weiterhelfen schätze ich mal.
Gut, dann mache ich es, tippte Sonja.
Jetzt bitte, schrieb Malon.
Grmpf. Na gut.

Malon sah, wie Sonja nach Block und Stiften griff und anfing. Carlo hatte mittlerweise die Bilder, die er und Anja entwickelt hatten, auf dem Tisch ausgelegt. Christina hatte die Tafeln die sie mit den bereits gewonnenen Informationen bestückt hatten, aus dem Nachbarzimmer geholt.
Fertig, tippte Sonja. Ich schick es dir jetzt. Muss dann aber nach Iris sehen, die ist immer noch durch den Wind.
Danke, tippte Malon, begab sich dann in ihr Arbeitszimmer und druckte das Bild aus. Wirklich verblüffend diese Ähnlichkeit. Sie holte eine neue Tafel herbei und befestigte das Bild von Anja auf dieser. Noch schenkten die anderen dieser Tafel keine Aufmerksamkeit.

Es waren sehr schöne Aufnahmen, die auf der Kamera waren und die Zeiten so überdauert hatten. Die ersten Bilder waren wohl jene Bilder, wegen denen damals Alexander Bretoni verhaftet worden war.
Sie zeigten ihn im Widerschein der Gaslaternen als Schatten, wie er den Führer bei einem Stelldichein mit einem sehr schönen Mann zeigte. Einem Mann, der sich küssen ließ und wie beide auf die dort stehende Ottomane niedersanken. Bilder, die, wären sie erschienen, ihm den Kopf gekostet hätten.
„Und doch, irgendwas ist komisch daran“, meinte Christina. „Irgendetwas stört mich daran.“
„Sie haben recht“, entgegnete Herr Rosenthal, der sich die Bilder auch genauer ansah. „Das ist ein Stück aus dem Schmierentheater.“
„Wie?“, fragte Carlo.
„Der Schönling ist eine Frau, zurecht gemacht wie ein Mann“, erläuterte Herr Rosenthal. „Und der andere, der den Führer spielt, ist größer, die Schultern hängen nicht so, das Haar, ist voller, lockiger.“
Anja griff nach den Bildern. „Stimmt“, sagte sie nach einer Weile. „Mich würde es nicht wundern, wenn für diese Schmierenkomödie sich auch wieder die schöne Helena hergegeben hat. Und zusätzlich das Gerücht um den Verräter in die Welt gesetzt hat. Sie hat wirklich mit allen schmutzigen Mitteln gekämpft, um ihren Schwager zu bekommen.“
Weitere Bilder zeigten schöne Plätze der Stadt, die heute kaum wieder zu erkennen waren. Auch die Monumentalen Gebäude die in dieser Zeit entstanden waren, um Größe und Macht zu demonstrieren. Aufmärsche am Rande und jene, die niedergeknüppelt wurden, wenn sie nicht den Arm hoben und wieder, wie ein Schatten eindeutig zu erkennen, Helena von Lohen.
„Sie muss ihm, dem Führer sehr nahe gestanden sein, um soviel Macht in den Händen zu halten“, sinnierte Herr Rosenthal. „Sie muss dafür aber schon sehr zeitig mit angefangen haben, sich in diesen erlauchten Kreis, um ihn herum zu bewegen. Und doch, ist sie auf offiziellen Bildern immer sehr im Hintergrund, wenn überhaupt. Eine Spinne die ihr Netz fein gewoben hat, um im richtigen Moment zuzuschlagen.“

Dann das Bild, das Frau Buske gemacht hatte, das Bild einer glücklichen Familie Bretoni. Der Blick, den Alexander Bretoni seiner Frau schenkte, man spürte die Liebe, die diese beiden Menschen verband geradezu. Die Hände, die mit denen der Tochter verschlungen waren, die stolzen, zärtlichen Blicke die auf Leandrah lagen.
Noch ein weiteres Bild, das war wohl auch noch von Frau Buske gemacht worden, ein Schreckfoto, dass die Situation festhielt, wie der Herr Bretoni in den Wagen gezerrt wurde. Und Isabella, so wie auch ihre Tochter, starr vor Schreck waren. Carlo stellte fest: „Anja und ich waren auch verblüfft, denn Frau Buske hatte ja nur von einem Foto der Familie Bretoni geschrieben. Wahrscheinlich ist dieses Bild ein Zufallstreffer, jetzt aber, in der Gesamtheit noch mal um so wichtiger, schaut Euch mal die andere Straßenseite an. Dieser Schatten, dieser schwarze Hut, die Handschuhe, die Gestalt an sich, das ist...“
„Helena von Lohen, eindeutig, hier in Hosen und Stiefeln“, beendete Christina den Satz. „Dann war das Luder so, als wenn sie nicht genau wusste was geschehen war, bei der Frau Buske um ihre Nichte abzuholen. Unfassbar.“

Frau Rosenthal fragte, ob denn Isabella wohl ihre Schwester gesehen oder erkannt habe.
„Kaum“, meinte ihr Mann daraufhin. „Sie war geschockt, ihre Haltung drückt das hier auf dem Bild eindeutig aus.“
Malon hatte dieses untrügliches Gefühl, das jetzt etwas geschehen musste. Sie nahm Sonjas Bild von der Wand, stellte sich neben Anja auf, das Bild neben sie haltend. Es war ein Experiment, was würde geschehen?
Carlo und Christina hielten den Atem an.
„Isabella“, fragte Malon da. „Du warst geschockt das wissen wir, hast du aber irgendetwas gesehen, was sich trotz des Schocks in dein Gedächtnis eingebrannt hat, was du aber nicht glauben wolltest, weil es dir zu abstrakt erschien? Isabella, erzähl uns, was du gesehen hast...“
Carlo schob ihr das Foto hin, auf dem ihr Mann in den Wagen gezerrt wurde. Anja starrte darauf.
„Ich schaute um mich“, kam es aus ihrem Mund. „Ich sah auf der anderen Seite Helena... Aber das konnte nicht sein.“
Malon fragte wieder: „Warum hast du sie nicht gerufen?“
„Ich weiß nicht, ich habe es verdrängt, denn ich konnte nicht glauben was ich sah, sie machte diese Handbewegung zum Wagen hin, das sie abfahren sollten und der Mann im Wagen salutierte ihr... Ich verstand es nicht. Vielleicht habe ich das Gesehene deswegen verdrängt. Ich wusste nur, ich muss mit Leandrah schnell nach Hause.“
„Wann?“, fragte Malon. „Wann, Isabella, ist dir klar geworden, dass hinter all diesen deine Schwester Helena stand?“
Carlo und Christina, ebenso wie die Rosenthals, schauten Anja an, deren Stimme sie wirklich an jene der Isabella erinnerte.
„Wann?“, fragte Malon erneut.
„Spät, zu spät“, flüsterte Isabella. „Ich habe mir immer eine gute Menschenkenntnis zugetraut, aber vielleicht ist man gegenüber der Familie einfach zu blind. Helena hat sich schon früher als Kind alles genommen, was sie wollte. Sie hatte ständig Ärger mit ihren Freundinnen, denen sie die Freunde, kaum dass diese sie ihr vorgestellt hatten, ausspannte. Aber ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass sie Alexander wollte. Sie hat doch gesehen, wie glücklich wir sind und Leandrah die Krönung unserer Liebe war. Ich hatte allerdings dort in den Wäldern ein komisches Gefühl, die Stimme die die Häscher antrieb... Aber Klarheit hatte ich erst in diesem Runkelkeller, als sie diese lostrat und unser Kind tötete.“
Sie begann zu weinen.
Malon nahm das Bild wieder weg, nahm stattdessen Anja in den Arm, streichelte sie.
„Mach weiter“, forderte Anja plötzlich. „Auch wenn ich jetzt nicht weiß, warum du das tust, aber es ist schön.“

Taschenbuch ISBN: 978-3-7418-7425-3 560 Seiten - 16,99€


Meine Website http://christa-helling.de/index.php

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Von der verlorenen Wette....: ... bis hin zum Bett?-Geflüster

Leseprobe aus mittendrin …. ich lasse meine Protagonisten – Geschichte über eine Zeitreise – nur durch das Schließen der Augen – zu erleben. Leandrah meinte: „Schlafen? Können wir zu Hause, hier lassen wir uns lieber wieder etwas erzählen. Die Geschichte, die das Bett erzählt hat …“ Dann sinnierte sie weiter: „Claudio könnte fast ein Nachfahre des Pärchens sein, mit seiner eigenwilligen Haarfarbe.“ „Was für Geschichten?“, wurde Luigi neugierig. „Bettgeschichten“, sagte Bastian. „Und das ist wörtlich zu nehmen.“ „Geschichten von einer rothaarigen irischen Frau und …“, begann Leandrah. „… einem reichen bisexuellen Römer?“, fragte Luigi. „Wie?“ Jetzt war Bastian überrascht. „Das ist wahr?“ „Ja“, sagte Luigi. „Die Frau hat die Geschäfte übernommen, sie hatte ein richtiges Händchen dafür und er hat sich dann dem Weingut verschrieben.“ „Gibt es die Familie noch?“, fragte Leandrah gespannt wie ein Flitzebogen. „Ja, obwohl das rote Haar fast verschwunden ist, es hat sich von Generation zu Generation mit dem dunklen Haar der Römer vermischt aber dabei so ein Kastanienrot hervorgebracht, so als wollte sich die schöne temperamentvolle Irin nicht so einfach vergessen lassen. Ihr habt im übrigen so einen geschäftstüchtigen Vertreter dieser Familie bereits kennengelernt.“ „Siehst du, ich hatte recht“, trumpfte Leandrah auf. „Ist es Claudio?“ „Ja, wie bist du denn darauf gekommen?“, fragte Luigi neugierig nach. „Seine sehr eigenwillige Haarfarbe, ich wollte ihn heute Abend eigentlich fragen ob sie echt ist.“ „Sie ist es“, bestätigte Luigi. „Und was für Geschichten habt ihr noch so gehört? Mir scheint, ihr seid im Zimmer der Geschichten untergekommen.“ „Zimmer der Geschichten?“, fragten beide unisono nach. „Ja“, sagte Luigi. „Vor ein paar Jahren hatte ein Kollege von mir Leute gefahren, die auch Geschichten erzählten, die das Bett und die Matratze flüsterten. Wir haben uns alle an den Kopf gefasst und die Leute nicht für ganz dicht gehalten. Aber andererseits fragten wir uns: Woher hatten sie diese Geschichten? Es ging an die Presse und dann hatte sich ein Mann gemeldet, der ein Nachfahre jener Leute war, über die das Bett oder die Matratze erzählt haben. Anhand von Tagebuchaufzeichnungen, die aber bis dato unter Verschluss waren, wurde die Geschichte bestätigt. Ein in Italien sehr bekanntes Medium hat dann, nachdem sie eine Nacht in dem Zimmer verbracht hatte, verlauten lassen, dass nur Menschen die eine gewisse Sensibilität mitbringen und offen sind für Zwischentöne, die sich in den Sphären von Himmel und Erde befinden, nur solche Menschen sind in der Lage das Flüstern zu verstehen. Wenn ihr beide es hören könnt, dann nehmt die Geschichten die sie euch flüstern, als Geschenk mit. Was habt ihr denn noch gehört?“ „Von einem Mann der seine Eltern auf die Brust tätowiert hatte“, erzählte Bastian. „Das muss vor etwa zwei Jahren gewesen sein“, überlegte Luigi. „Ich kenn den Tätowierer, der die blonde Schwedin darüber gestochen hat, wir können ja heute Abend beim Bummel da vorbei bummeln.“ „So ihr seid jetzt am Circus Maximus. Viel Spaß bei eurem Weg und meldet euch, wenn ich euch wieder abholen soll.“ Leandrah und Bastian stiegen aus. Bastian begann zu erklären: „Dies war mal ein beliebter Treffpunkt um, wie heißt es doch so schön, Techtelmechtel zu beginnen. Hier im Circus musst du dir vorstellen, war die erste Rennbahn der Welt. Stell dir mal vor, Männer wie Michael Schuhmacher und Sebastian Vettel, die hier das Volk begeisterten vor allen in der Ludi Romani, der wichtigsten Rennserie die vom vierten bis achtzehnten September dauerte. Wenn du die Augen schließt, hörst du noch die Zurufe, die die Rennfahrer der damaligen Zeit anfeuerte.“ Beide standen mit geschlossenem Augen im Circus. Hörten das Getrappel der Pferde, das aneinander stoßende Geräusch der Wagenräder wenn sie sich zu nahe kamen, das Scheppern der Rüstung und sprangen beide mit einen mal zur Seite, so als wenn sie sich in Sicherheit vor den heran preschenden Wagen bringen wollten. Sie sahen den Staub der Arena aufwirbeln, das aufspringende Publikum. Wie betäubt öffneten sie wenig später ihre Augen, sahen in den Augen des anderen dass er dasselbe wahrgenommen, dasselbe gesehen hatte. Eine Zeitreise in die Vergangenheit, hier an diesen geschichtsträchtigen Platz, in ihrer altrömischen Bekleidung. Stumm und ergriffen gingen sie weiter, setzten sich auf die alten Ränge, schlossen noch einmal die Augen um von hier wie einst das Rennen weiter zu verfolgen und es funktionierte. Wieder wurden sie ins Geschehen hinein katapultiert. Sahen wie die Wagen sich gegenseitig versuchten aus der Bahn zu drängen. Da, ein Rad brach ab, der Wagen wurde noch im schnellen Gefüge ein wenig weiter geschleift, kam dann zum Erliegen. Die nächsten preschten heran, gnadenlos wurden die Pferde angetrieben, schneller, schneller, das Publikum sprang hoch, sie taten es unwillkürlich auch, von der Menge mitgerissen. Leandrah hatte jetzt das Gefühl einer der Wagenlenker fixiere sie mit seinem Blicken, so als wollte er ihr signalisieren: Du bist mein Preis wenn ich hier gesiegt habe. Jetzt drängte Bastian. „Komm gehen wir weiter. Ich möchte dich nicht …“, sagte er dann leise, die Augen wieder öffnend. „… als Preis für diesen Römer sehen.“ „Angst um mich?“, neckte sie ihn, die Augen wieder offen. „Es war schon sehr realistisch.“ „Ja, das war es“, bestätigte er. „Wenn ich mir aber vorstelle, dass um diese Zeit in Rom Frauen knapp waren und man sie sogar raubte, man denke an den Raub der Sabinerinnen, dann möchte ich jetzt lieber die Augen offen halten, damit du …“ Er nahm sie in seine Arme. „… mir nicht abhanden kommst.“ Hand in Hand wandelten sie vom Circus Maximus, wieder auf die Via Appia zurück. „Wer hätte das gedacht“, sinnierte er wieder. „Dass Geschichte atmen so realistisch vonstatten gehen kann.“ „Vielleicht sind wir, wie Luigi meinte, sensibilisiert, so dass wir das, was zwischen Vergangenheit und Heute liegt, erfassen können. Das wir auf diesem Wege eine innere Zeitreise erleben können, die uns die Geschichte auf jeden Fall näher bringt.“ © alle Rechte vorbehalten 2012/2013

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DAS FENSTER ZUM INNENHOF: Einblicke nehmen und Rückblicke zulassen

Leseprobe- aus mittendrin Jonas tauchte unter dem Ast durch. Die andere Seite… Er schloss die Augen. Seine Hände glitten über den Ast. Da, da war etwas… Langsam öffnete er die Augen. ‚Jonas‘ und Iris‘ Sommer 2004‘ – eine Gravur in einem Ring um den Ast geschrieben – die Jahre hatten den Ast etwas dicker werden lassen, so dass die Abstände zwischen den Worten größer wurden. Ein zweiter Ring … Sie hatten es je von einer Seite geschrieben: ‚Ich liebe dich.‘ Jonas lehnte den Kopf dagegen, seine Finger zeichneten Buchstabe für Buchstabe nach… Iris… Wieder tauchten längst verschollene Erinnerungen auf. Iris nackt auf diesem Ast sich rekelnd, Sünde pur… Wie sie ihn aufgefordert hatte, sie hier zu ficken… „Zu riskant“, hatte er gesagt. „Feigling!“ Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Diese vor Übermut sprudelnde Frau, er zog sich am Ast hoch. „Warte … gleich wirst du es bereuen, was du gesagt hast.“ „Nichts werde ich…“ „Wir werden fallen!“ „Wetten nicht… Ich halte mich schon fest.“ Sie drehte sich bei den Worten um, setzte Knie vor Knie, weiter Richtung über die Stelle wo der Ast in die Leine ragte. Er musste mit, ob er wollte oder nicht, allerdings ihren süßen Hintern so vorsichtig vor sich balancierend, zu sehen wie sie Hand vor Hand setzte, Knie vor Knie um dann zu sagen: „Hier ist es richtig, ich werde jetzt den Stamm umarmen – pack ihn also aus und besteig mich, du Berglöwe!“ Es war heiß, sie war heiß, und wenn sie jetzt dabei beide das Gleichgewicht verlieren würden, hätten sie dank dem günstigen Platz auch gleich eine Abkühlung. „Iris, du bist verrückt…“ „Und du immer wieder entzückt ob meiner Ideen…“ Vorsichtig löste er den Gürtel, genau wissend, dass er dieser Situation jetzt nicht mehr ausweichen konnte und wollte. Den Knopf… den Reißverschluss. „Du hast das schon mal schneller hinbekommen…“ „Stimmt, aber auf sicherem Boden und nicht auf einem Ast kniend.“ „Einmal ist immer das erste Mal“, kam die Retourkutsche. Er hangelte nach ein paar Zweigen, um sich daran festzuhalten, während er mit gestrecktem Glied zu Iris vorkam, mit der freien Hand dann vorsichtig einführend, wieder flüsternd: „Du bist verrückt!“ „Mag sein, aber genau deswegen liebst du mich ja. Weil ich anders bin.“ „Stimmt, aber sei jetzt ruhig… ich muss mich konzentrieren.“ Es war verrückt, es war heiß, sehr heiß, dieses vorsichtige Stoßen, Taktieren, er kam sich wie beim Rodeo vor… Bloß nicht runterfallen… Dann war es anders gewesen, auch Iris konzentriert, vorsichtiger, nicht das übliche Lustherausschreien, nein. Gerade als sie beide dem Höhepunkt entgegensteuerten, drehte sich Iris zu ihm um, schaute ihn tief an und sagte: „Ich liebe dich. Du bist mein Leben Jonas, vergiss das nie.“ Und er, der letzte Stoß: „Ich werde es nie vergessen.“ Seine Stimme mit einemmal voller Zärtlichkeit, einen Moment innehaltend. „Ich liebe dich, ich kann mir nicht vorstellen, ohne dich zu sein.“ Noch ein Stoß, und er ergoss sich in ihr, spürte ihren heißen Saft, der sich jetzt mit dem seinen vermischte, ließ alles aus sich heraussickern. Sie reckte sich hoch, schlang einen Arm um seinen Nacken, suchte seinen Mund küssend. Sie vergaßen alles, er ließ die Zweige los, umfasste Iris, und so passierte, was passieren musste, sie verloren den Halt und stürzten in die Leine. „Iris …“ Sein Kopf sank an den Ast. Aus dem Wasser wieder die Böschung hinaufkletternd, lachend, prustend und sich an den Händen festhaltend, ein Versprechen – danach hatten sie es eingeritzt für die Ewigkeit. Vier Wochen später war er Jana begegnet, die ihn so sehr in den Bann gezogen und vereinnahmt hatte, dass kein Platz mehr an einen Gedanken für Iris war. Iris… Er sah sie direkt vor sich – sie hatte immer ein wenig wie Jennifer Aniston ausgesehen, auch frisurmäßig, nur das Haar roter, leuchtender, oft als Pferdeschwanz oder Rattenschwänze getragen, und diese strahlenden grünen Augen. Noch immer strichen seine Finger die Buchstaben nach… Tränen liefen ihm dabei übers Gesicht. „Ist es das, was du gesucht hast?“ fragte Anja leise. „Ja, ich wollte wissen, ob es noch da ist.“ „Und?“ „Ich bin so ein Idiot gewesen…“ „So darfst du es nicht sehen, Jonas“, sagte Anja. „Es ist dein – euer Schicksal.“ „Wie geht es ihr, Anja? Bitte sag: Hast Du noch Kontakt zu Iris?“ „Gleich… Komm jetzt mit zu Bernd, dann reden wir.“ Bernd reichte ihm ein Glas Wasser, dann setzten sie sich auf diesen Baumstamm, den sie als Clique irgendwann mal hierher geschleppt hatten, um sitzen oder nur sich dagegen lehnen zu können. Bernd erlebte Jonas nicht zum ersten Mal weinend; als sie dieses lange Gespräch hatten, dieses Männergespräch, hatte er auch den Eindruck gehabt, als würde dieser weinen, hatte aber nicht nachgefragt. Jonas trank. „Erst wird gegessen“, sagte Bernd bestimmt. „Manches verträgt man auf leeren Magen nicht.“ „Was?“ „Erst essen!“ kommandierte Bernd. Anja reichte Jonas einen gefüllten Teller. „Ich habe keinen Hunger.“ „Der kommt beim Essen“, wurde er abgewiesen. „Diese Idee, hier her zu fahren, kam also nicht von ungefähr?“ fragte Jonas während, er gehorsam einen Bissen nach dem anderen zu sich nahm. „Richtig“, bestätigte Anja. „Sicher – wir alle haben während unserer Studentenjahre hier viele schöne Stunden erlebt, die Leine kennt unser Lachen, unsere Wehmut, unseren Trotz – all das haben wir hier ausgelebt. Für dich und Iris hatte dieser Platz aber noch eine andere Bedeutung, sehe ich das richtig?“ Jonas Blick glitt einige Minuten wie abwesend über die Leine, bevor er ihn wieder zu den Freunden lenkte. „Ja, hatte er. Hier haben wir uns das erste Mal geküsst, alles vergessend im Gras geliebt. Hier sind wir vor der Uni immer zum Joggen raus gefahren, mit den Rädern, um uns dann an dem Baum reibend unserer Lust hinzugeben. Iris, die immer riskantere Möglichkeiten fand, den Baum in unser Liebesspiel mit einzubeziehen. Am helllichten Tag die lang herunterhängenden Zweige mit den kleinen Blättern – ein natürlicher Vorhang. Im Spätsommer tanzten die Glühwürmchen darin, ich höre sie noch: ‚Schau mal, Jonas, eine Lichterkette nur für uns …das Jonas, das ist Romantik pur.‘ Es war zauberhaft, Iris nackt, die offenen Haare wild und ungezähmt, die grünen funkelnden Augen, der lockende Mund, der die lockenden Worte der Verzauberung sprach. Welcher Mann kann da widerstehen? Hier haben wir gezeltet, um zwischen dem Sonnenuntergang und dem Sonnenaufgang Zärtlichkeiten auszutauschen, zu lieben, Sex zu haben in allen möglichen und unmöglichen Lagen. Hier war unser Platz der Lust.“ „Wieso haben wir das nicht mitbekommen?“ fragte Bernd. „Stefan hatte irgendwann die Idee, wir sollten die Leine gegen die Weser austauschen, und so seid ihr dann mehr nach Hemeln gefahren, da gab es so einen Biergarten direkt an der Weser gelegen.“ „Stimmt“, warf Bernd ein, „Flaschenbier und Schlachteplatte, Plattenkuchen und Kaffee je nach Tageszeit.“ Anja erinnerte sich ebenfalls. „Iris hatte mit einem Mal ganz viele Ausreden, Wäsche, um die sie sich selten gekümmert hat, Kopfschmerzen, für die nächste Klausur pauken. Ein Praktikum, mit dem sie ganz geheimnisvoll tat.“ Jonas lächelte. „Unser Italientrip drei Wochen Toskana und die Isola del Elba.“ „Deine Ausreden waren auch nicht viel besser“, warf Bernd ein, „als du dich von uns immer mehr abseiltest.“ „Ihr versteht doch, dass wir jede Minute miteinander auskosten wollten?“ „Sicher, das verstehen wir, vier Jahre habt ihr geturtelt, die Clique hatte schon Wetten abgeschlossen, wann ihr die Wand zwischen den beiden Wohnungen unter dem Dach durchbrechen würdet, um daraus eine zu machen, um endlich zusammen zu ziehen.“ „Wir standen oft davor“, gab Jonas zu, „und haben dann wieder einen Rückzieher gemacht, so konnten wir uns jeder noch zurückziehen, wenn wir lernen mussten. Trotz aller Verliebtheit waren wir doch realistisch genug, die Klausuren nicht schleifen zu lassen, das Studium nicht aufs Spiel zu setzen. Unsere Eltern waren, wie du ja auch weißt, Anja, nicht auf Rosen gebettet und wollten ihren Kindern trotz allem eine bessere Zukunft schenken. Du und Iris konntet studieren. Meine Eltern machten es möglich, dass ich es ebenfalls konnte, mein Bruder Tom hat eine handwerkliche Ausbildung genossen und Conny studierte in der Schweiz. Mit den Jobs, die wir alle zusätzlich angenommen hatten, entlasteten wir sie zwar wieder ein bisschen, aber jeder von uns war verantwortungsbewusst genug, um unseren Eltern nicht ewig auf der Tasche zu liegen. Wo diese, mit viel Verzicht auf ein angenehmes Leben ihrerseits, uns die Möglichkeit gaben, schuldenfrei in die Zukunft zu starten. Und deswegen“, schloss Jonas, „haben wir das nicht gemacht, diesen Durchbruch.“ „Diese Inschrift am Baum…“, hakte Anja nach. „Das Bekenntnis unserer Liebe“, sagte Jonas. „Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“ Bernd schaute ihn prüfend an. „Sag, dass ihr das nicht gemacht habt.“ „Was gemacht – ich verstehe nicht“, stellte sich Jonas dumm. „Na auf dem Ast, du weißt schon.“ „Was weiß ich – sprich dich aus, alter Freund!“ konterte Jonas. Bernd druckste. „Ihr hattet das letzte Mal, als ihr zurückkamt, so viele Hautabschürfungen, wart nass, und Iris hatte danach eine schwere Erkältung.“ „Okay, du lässt ja doch nicht locker. Iris hatte mich dazu gebracht, sie auf diesem Ast zu ficken.“ Es war schwierig, man musste ständig aufpassen, ich hatte sie gewarnt, sie lachte nur, nannte mich einen Feigling. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen, und so tat ich es, ich fickte sie durch — nur beim gemeinsamen Höhepunkt verloren wir dann das Gleichgewicht und stürzten küssend in die Leine. Dann krabbelten wir die Böschung hoch und ritzten das in den Ast, zogen uns an und fuhren nach Hause, wo wir hofften ungesehen in meinem Zimmer weitermachen zu können.” Jonas ließ beim Erzählen einiges aus, die Einzelheiten, die vorhin als Erinnerung hochkamen, während er mit dem Finger das Eingeritzte nach malte, gingen nur Iris und ihn etwas an. “Das was ihr da eingeritzt habt, war euch das ernst?” fragte Anja. Jonas schloss die Augen, schwieg. “Jonas, ich habe dich etwas gefragt.” “Ja, als wir das schrieben, war es ernst”, antwortete er. “Und heute?” “Heute, heute, heute!” Jonas stand auf, starrte auf die Weide, schloss wieder die Augen… sah Iris so, wie er sie das letzte Mal gesehen hatte, lachend auf der Schaukel im Garten, wie sie sich ihm entgegen warf, ihn umwarf. Ja, Iris hatte diese umwerfende Art, die ihn immer wieder in ihren Bann zog, beide sich auf den Boden küssend rollend, atemlos glücklich. Er wich aus: “Es ist viel passiert.” “Stimmt.” Bernd warf Anja einen Blick zu. “Lass es jetzt sickern, er muss jetzt die Chance haben, darüber nachzudenken.” Anja lenkte ein. „Komm, lass uns noch ein paar Schritte laufen, Jonas. Wir haken dich unter.“ Gesagt, getan. „Guck mal, der Habicht da drüben!“ Bernd wies auf einen Zaunpfosten, wo sich jener niedergelassen hatte. Ein weiterer zog seine Kreise am Himmel. Suchend. Da ein Rascheln ganz in der Nähe… Ein auf geschreckter Hase, zwei, drei Schlenker, und dann wieder sitzend im hohem Gras. Abwartend. Noch immer schwebte der Habicht über der Wiese links von der Leine, während der andere auf dem Zaunpfosten fast wie eine Statue wirkte. Teilnahmslos. Die drei Freunde blieben stehen, beobachteten jetzt ihrerseits die Szenerie. Diese Ruhe, diese Geduld, die die Jäger mitbrachten. Die Augen, denen nicht die kleinste Reaktion entging. Faszination und gleichzeitig eine unglaubliche Spannung lag in der Lust, fast greifbar. Die Freunde hielten den Atem an… Als der kreisende Habicht plötzlich nach unten stürzte, ein kurzer Laut ertönte, der Kopf des Habichts sich kurz senkte, und dann hob er mit der Beute zwischen den Krallen wieder vom Boden ab und entschwand in den Lüften. Ein kurzer Blick zu dem anderen: Dieser saß noch immer regungslos auf seinem Pfahl. Jetzt wieder ein Rascheln. Zwischen dem hohen Gras konnte man die Hasenohren ausmachen und wie dieser sich Haken schlagend der Stelle näherte, wo zuvor die Gefahr von oben eines seiner Jungen geholt hatte. Nur eine leichte Bewegung, ein Blick – der Habicht breitete seine Flügel aus und erhob sich, den Kopf nach unten gesenkt… Anja schrie plötzlich los: „So nicht, den nächsten kriegst du nicht!!!“ – griff auf den Feldweg und warf Stein um Stein, fauchte dann die Freunde an: „Los, helft mir! Das arme kleine Häschen…“ „Lass, Anja, dein Geschrei hat den Habicht schon vertrieben. Vorerst zumindest, aber er wird wiederkommen, und nicht einmal du wirst ihn daran hindern können“, versuchte Bernd seine Freundin zu beruhigen. Jonas, der einen Moment allein stand, ohne Gehhilfen, ohne die unterhakenden Freunde, griff jetzt auch ein: „Anja, das ist das Gesetz der Natur, und das ist gut so.“ „Ach!“ höhnte Anja mit einem Mal. „Das Gesetz der Natur – kehrst Du jetzt wieder den Wirtschaftsanwalt hervor??“ Anja hatte sich recht abrupt dabei umgedreht, und Jonas ging zu Boden. Sie war noch nicht fertig, Jonas sah es in ihren funkelnden Augen, Augen die ihn wieder an Iris erinnerten, diese Augen, die so viel ausdrücken konnten – Wut jetzt bei Anja. Jonas schloss die Augen, sah Iris, wie sie mit laszivem Gang, nackt, das Sonnenlicht im Rücken, auf ihn zukam, in der Hand die erfrischenden Eistees mit Strohhalm, das Funkeln, das in ihren Augen stand, Zärtlichkeit und Hingabe. „Anja…“, versuchte er. „Halt den Mund, jetzt rede ich!“ Bernd versuchte, Anja zurück zu ziehen. „Lass mich!“ fauchte sie auch ihn an. „Uiuiui!“ „Das Gesetz der Natur war dann wohl auch schuld daran, dass, als Jana“ (sie spuckte den Namen förmlich aus) „auftauchte, Iris dir nicht mehr gut genug war. Jana – schillernd, blendend, immer gestylt, so wie wir alle nicht waren, weil wir jeden Pfennig umdrehen mussten um unseren Eltern nicht länger als nötig auf der Tasche liegen wollten. Unsere Jobs, die wir alle hatten, um ein paar Freiheiten zu haben. Und dann kommt diese, diese…“ Anja suchte noch nach dem richtigen Wort, als Bernd losdonnerte: „R u h e !!! – Anja, du gehst zu weit.“ Dann zog der Anja von Jonas weg, flüsterte: „Du hast deinen Auftritt gehabt, pack jetzt die Sachen zusammen und verstau sie im Auto. Ich helfe Jonas auf, wir fahren zurück.“

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DAS FENSTER ZUM INNENHOF: Einblicke nehmen und Rückblicke zulassen

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DAS FENSTER ZUM INNENHOF

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Das Medaillon: Im Strudel der Zeit

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nicht nur Einblicke in die anderen Fenster sondern auch Einblicke in die Natur werden gewährt – Christa Helling