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Ein Leben wie kein anderes

Wenn ich noch einmal auf die Welt kommen würde,dann nur ein Leben im Schaustellergewerbe. Die schlimmen Erlebnisse in meinem Buch,von denen ich erzähle,waren meine Schicksalsschläge. Sie hätten überall passieren können auf der Welt,nicht nur im Schaustellergewerbe. Besuchen Sie auch mal meine Homepage,die dort beschriebenen Fahrgeschäfte im Schaustellerbereich,sind dort ausführlich beschrieben. www.franzpredan.de Ein Leben wie kein anderes. Biografie Edition litera im R. G. Fischer Verlag, Frankfurt a. M., 2014, 18 €, ISBN 978-3-8301-1618-9 Schausteller und Zirkusleute kommen nur selten dazu, ihre Memoiren aufzuschreiben, ihr Beruf beansprucht fast immer ihre gesamte Zeit. Jetzt hat es Franz Predan unternommen, sein bewegtes Leben auf der Reise niederzuschreiben Mütterlicherseits aus einer Schaustellerfamilie stammend, kam er selbst erst als Jugendlicher wieder mit der Schaustellerei in Berührung, als er bei seiner Großmutter als Mitarbeiter ins Schaustellergewerbe eintrat. Er war lange Jahre bei seinen Verwandten tätig und schildert sehr detailreich Probleme und Ereignisse im Zusammenleben und im Geschehen auf den Volksfestplätzen. Später reiste er auch mit eigenen Geschäften und war dann für viele Jahre Betriebs-leiter großer Fahrgeschäfte. Auch diese Zeit schildert er plastisch mit all ihren Höhen und Tiefen. Predan redet sehr offen über seine persönlichen Probleme, er war mit drei Frauen verheiratetet und erlebte tragische Unfälle im privaten und im beruflichen Bereich. Berufskollegen werden sich sicherlich an den schrecklichen Wohnwagenbrand erinnern, bei dem er seine Zwillinge verlor. Er gab jedoch nie auf und in seinen Erinnerungen hinterfragt er immer wieder seinen eigenen Anteil an den Geschehnissen. So ist ein Buch entstanden, das ein farbiges Bild des Geschehens auf den Volksfest-plätzen gibt und viele Einblicke vermittelt, aber auch das persönliche Schicksal des Autors in allen Facetten nachvollziehbar macht. Man hatte mir schon vor 30 Jahren gesagt,Franz schreib ein Buch über das erlebte. Du kommst dann besser mit allem klar,und bekommst auch dein Leben in den Griff. Aber damals gab ich immer zur Antwort,ich kann eine Achterbahn aufbauen,aber doch kein Buch über mein Leben schreiben. Aber ich hatte damals,ich war noch viel zu jung,schon zuviele schlimme Sachen in meinem Leben erlebt,das ich mit kaum jemanden darüber reden konnte. Ich habe viele gute Bekannte,aber ich hatte nur einen wirklichen Freund. Er ist sehr früh verstorben. Aber das schreiben dieses Buch hatt mich in vielen Dingen dazu gebracht, das ich heute über Sachen frei sprechen kann,worüber ich sonst nie gesprochen hätte. Wenn ich über vergangenes spreche tut es nicht mehr weh.Es hat mal jemand gesagt. Trauer ändert ihre Art,aber sie bleibt. Ich weiß auch, das ich nicht der einzige Mensch auf der Welt bin, der Schicksalschläge hinnehmen mußte. Es gibt soviele Menschen denen es ähnlich geht,oder gegangen ist. Aber wer mein Buch gelesen hat,und selbst im Leben Probleme hat,oder hatte, wird erkennen das es immer noch einen Ausweg im Leben gibt,und es nicht sinnlos erscheint. Bei mir war das so,aber ich hatte noch die Verpflichtung gegenüber meinem Sohn ,der damals erst sechs Jahre alt gewesen war weiter zu leben. Auch hat mir das schreiben des Buches geholfen,das ich nicht mehr so viel zurückschaue. Dieses zurückschauen hatte mir immer nur geschadet,und auch immer wieder zurück geworfen. Nach dem Motto(was wäre wenn). Heute schaue ich nach vorne,und wenn ich mal zurück schaue, dann tut es nicht mehr weh. Ich suche keine Schuld bei anderen,denn ich war alt genug um selber zu entscheiden. Viele Menschen sind unheilber krank,und man kann ihnen nicht helfen. Aber ich war gesund,und ich hatte die Chance mir selber zu helfen. Es war nicht immer einfach,ein rauf und runter. Wenn man mich heute fragen würde,ob ich glücklich bin, würde ich antworten. Ich bin zufrieden. Alle Krasusells und Riesenräder an denen ich Betriebsleiter gewesen bin, die in meinem Buch erwähnt sind,können Sie auf meiner Hompage sehen.Sie sind dort ausführlich beschrieben. www.franzpredan.de Auf den ersten Blick mag man vielleicht denken dass es die Besitzer und Betreiber von Ständen und Buden sowie Fahrgeschäften die man auf Volksfesten findet sehr gut haben - schließlich befinden sie sich immer auf den größten und schönsten Volksfesten und leben in einer einzigen Welt des Vergnügens und der guten Laune. Doch dieses Bild täuscht sehr, denn als Schausteller hat man es alles andere als einfach. Damit man in diesem Geschäft sein Geld verdient, muss man während der warmen Monate auf so gut wie jedem großen Volksfest oder auch auf großen Jahrmärkten vertreten sein. Denn nur dann, wenn die eigenen Stände, Buden oder Fahrgeschäfte von vielen Gästen besucht werden, generiert man seine Einnahmen. Deshalb ist man als Schausteller ständig unterwegs. Üblicherweise geht es im Wochentakt von Fest zu Fest. Das bedeutet, dass man bereits am letzten Abend eines Festes mit dem Abbau beginnt, um mit seinem Fahrzeugen und Wägen möglichst früh am nächsten Ziel einzutreffen. Dort müssen die Stände und Fahrgeschäfte wieder schnellstmöglich aufgebaut werden, damit man auf gar keinen Fall die Eröffnung verpasst. Doch obwohl die Arbeit des Schaustellers keine leichte ist und man so einige Entbehrungen auf sich nehmen muss, so sind die meisten Schausteller mit ihrem Job sehr glücklich und könnten es sich nicht vorstellen einer anderen Arbeit nachzugehen. Denn Schausteller zu sein bedeutet gleichzeitig, dass man auch sehr viel Freiheit genießen kann - schließlich ist man an keinen Standort gebunden und man kommt in der Welt sehr viel herum. Außerdem sind Gemeinschaft und das Zusammenleben unter den einzelnen Schaustellern sehr gut - bei jeglichen Schwierigkeiten halten sie zusammen zu stehen sich untereinander mit Rat und Tat zur Seite. Der Beruf des Schaustellers ist nicht gerade einer der einfachsten Berufe die man erlernen kann. Obwohl es auf Jahrmärkten und Volksfesten immer bunt und lustig umher geht, so sieht es in der Welt der Schausteller alles andere als bunt aus. Letztendlich geht es in diesem Geschäft um das Überleben. Die Anzahl der Tage an denen man wirklich präsent ist und Geld verdient - sei es beispielsweise durch den Betrieb eines Fahrgeschäfts - ist nicht groß. Letztendlich sind es rund 100 Tage im Jahr - und an diesen Tagen muss man die Kassen voll machen. Denn die Ausgaben die man als Schausteller hat sind immens hoch. Da wären zu nächst einmal die Löhne für die eigenen Mitarbeiter sowie für lokale Arbeiter, die beispielsweise beim Auf- und Abbau der Anlagen helfen. Als nächstes kommen die Standgebühren. Für jeden Stellplatz beziehungsweise Stand müssen enorm hohe Gebühren entrichtet werden - die eigentlichen Gewinner der Volksfeste sind nämlich immer die Städte und Gemeinden, die zu dieser Zeit ordentliche Erträge durch die Standmieten kassieren. Hinzu kommen noch die Anschlusskosten für Strom und gegebenenfalls auch noch Wasser. Zu guter Letzt muss auch bedacht werden, dass ein Schausteller-Betrieb sehr hohe Ausgaben für Kraftstoffe wie Diesel oder Benzin hat - schließlich ist man ständig unterwegs und fährt ein Fest nach dem anderen an. Aufgrund der Härte des Geschäfts ist es auch nicht verwunderlich, dass es so gut wie keine Neueinsteiger gibt. Bei den meisten Schaustellerbetrieben handelt es sich um Familienbetriebe, die schon seit Generationen das Geschäft betreiben. Obwohl das Geschäft sehr hart ist, sind die meisten von ihnen mit Leib und Seele dabei und können sich auch nichts anders vorstellen, als jedes Jahr von Volksfest zu Volksfest zu reisen und dort Geld ihr zu verdienen